Klavierunterricht – Methode

Lesen Sie  Expertise Prof. Hörmann über „Relativitätsformel des Klavierspiels“
Ellenberger-HoermannExpertise

Das Konzept „Lehrstuhl für Klavierforschung“

Zeugnis von Diplom-Pianist und Arzt Kei Oide aus Japan:

OideKen-PianoDoc-amFluegel
„I was very impressed by your lesson because your approach to the practice was completely new for me.You taught me how to solve technical problems in various ways.“ (Liszt-Ballade)

Relativitätsformel des Klavierspiels

Auf der Basis allgemeiner Musik-Begriffe und Konzert-Hör-Erlebnissen muß ein Klavierspieler zuerst einige „Kopfarbeit“ leisten, um Notentext zu verarbeiten, um diesen dann in der „Körperarbeit“ zu einem entspannten Bewegungsablauf zu verarbeiten. Seine Erfahrung beim eigenen Vorspielen vertiefen wiederum seine Musik-Begriffe, so daß dies als ein Regelkreis betrachtet werden kann.

Die Kopfarbeit kann sehr effektiv auf die Naturgesetze des Gehirns abgestimmt werden, das gewissermaßen wie ein Computer zeitsparend in einer sinnvollen Reihenfolge programmiert werden kann. Wichtig dabei ist, einen Lernvorgang mit allen Sinnen zu schaffen durch Ansage des jeweils fokussierten Aspektes. Dadurch optimale Selbstkontrolle, Bewußtsein und Atmung:

Die Punkte scheinen im Einzelnen trivial, doch hält sich „herkömmlicher“ Klavierunterricht erfahrungsgemäß meist bei den ersten beiden Punkten auf und hat keine Systematik, die außerdem kaum mit multi-sensorieller Vermittlungsweise verknüpft ist. Bei konsequenter Anwendung entsteht sogar ein feineres Raster, als beim „neurolinguistischen Programmieren“ und damit eine solide professionelle Grundlage für einen sicheren Bühnenauftritt. Insbesondere das Arbeits-Instrument der Rhythmus-Struktur ist für das Klavier, ein Schlagzeug mit Melodiefunktion, eines der großen „Berufsgeheimnisse“!

Das Notentextprogrammierungsschema gliedert sich wie folgt:

1)     Ton-Ort

(a) Fingersatz, hierzu
gibt es den Artikel „Fingersatz beim Klavierspiel“ von Wolfgang Ellenberger und
die Fingersatz-Edition

(b) Notenname

2) Ton-Zeit:
Rhythmus-Struktur (nicht nur ein Grundschlag, sondern mehrere Ebenen!)

3) Ton-Abstände: Artikulation
wird genau definiert legato-portato-staccato

4) Ton-Intensität: „Absolute Lautstärke-Skala“ 

pp   p   mp  mf   f  ff

5) Ton-Hüllkurve: sprich Pedal
wird ebenso bewußt einprogrammiert

In bezug auf die Körperarbeit gibt es seit Philipp Emanuel Bach („nicht so kläbricht an den Tasten spielen“) über verschiedene Teilansätze wie das Kalkbrennersche Fingerspiel über einer Stuhllehne oder die größeren Lehrer Breithaupt, Leschetitzky und Tobias Matthay schon umfassendere Beschreibungen der Klaviertechnik, Prof. Bernhard Böttner postuliert eine „Universaltechnik“,  jedoch sprechen viele nur über ganzkörperliche Technik, arbeiten aber nicht wirklich vom Finger bis zur Hüft-Kippbewegung mit allen verfügbaren Gelenken. Es gilt auch hier, alle Hebelarme in Kenntnis der Naturgesetze wie z.B. des Impuls-Satzes und in profunder Kenntnis der Klavier- und Flügelmechanikmodelle, wirklich auszunutzen. Dadurch entsteht ein Kräftefluß von der Mitte nach außen, es wird nicht, wie verbreitet, die Ton-Energie aus dem Finger gebildet, sondern mit dem Körper aus dem Schwerpunkt heraus (z.B. aus der Rollung, dem Kreisen in der jeweiligen  Raumebene), und die Finger machen nur noch die Feinjustierung, woraus eine größere Präzision entsteht. Dies ist objektiv mit dreidimensionaler Videomessungen nachweisbar; und die Bewegungsanalyse der großen Pianisten offenbart, daß viele deutliche technische Mängel haben; diese überspielen sie bloß mit ihrer künstlerischen Ausstrahlungskraft und Interpretation.

Die Körperarbeit wird unglaublich entspannt, indem der drei-dimensionale Bewegungsablauf in drei Teil-Ebenen mit jeweils einer elementaren Übung aufgeschlüsselt werden kann:

1) Sagittal-Ebene:
Das Einsetzen der Armkraft bei Akkorden und Einzel-Tönen

2) Frontal-Ebene:
Das Abrollen innerhalb einer Hand-Lage im optimalen Verhältnis zwischen Fingermotorik und Körperbewegung, „Gewichtsfortleitung“ zwischen den Fingern.

3) Horizontal-Ebene:
Das Aneinanderfügen mehrerer Lagen in einer kreisenden Bewegung

Die
Relativitäts-Formel ist also:

Die musikalische Form
mit allen Ton-Koordinaten, die systematisch erfaßt
und multisensoriell in das Gehirn einprogrammiert
werden müssen, werden dann in der eigentlichen Körperarbeit
mit den Körper-Koordinaten (drei Raumebenen) in
professionell bewußten Zusammenhang gebracht und ermöglichen
so die Kommunikation mit dem Publikum:


Ton-Ort x Zeitstruktur x Abstand x Intensität x
Hüllkurve / 3 Körper-Ebenen =

Gesunde und freie Kommunikationsfähigkeit mit dem
Publikum

Aus diesen Elementen können wie aus „Atomen“ alle denkbaren Bewegungs-„Moleküle“ stufenlos hergeleitet werden, also alle technischen Probleme, auch bei schwierigsten Passagen, entspannt gelöst werden zugunsten einer freien Interpretation.
Somit ist auch eine Vorbeugung oder gar Behandlung von Berufskrankheiten wie Sehnenscheidenentzündung selbstverständlich.

Durch die aus der Gedächtnisforschung bekannte Spacing-Methode wird der Aufbau und die langfristige optimale Pflege des Repertoires optimiert bei geringstmöglichem Aufwand.

Auch die physikalischen Gesetze des Flügels müssen PianistInnen in- und auswendig kennen, absolut erforderlich ist die Kenntnis der Flügelmechanik, die man als Modell bei mir beziehen kann, klicke auf das Bild:

model-grand-450

Ziel dieser professionellen Arbeit ist es, mit allen verfügbaren zeitgemäßen Erkenntnissen und Mitteln aus Musik, Musiktherapie Medizin und (Computer-)Technik die Musik interpretatorisch so vollständig zu durchdringen, daß ihre Botschaft klarer hindurchleuchten kann.

©Wolfgang Ellenberger

Impulserhaltungssatz RFPP -06-

Vollelastischer – Unelastischer Impuls