Klavierforschung

Lehrstuhl für Klavierforschung:

Ello-2014-12-14-GTx300
Wolfgang Ellenberger

Sehr geehrte Damen und Herren,

Wie Sie in meinem Lebenslauf sehen können, gelang es mir mit einer Sondererlaubnis der Hamburger Hochschule für Musik und darstellende Kunst, gleichzeitig, Klavierdiplom, Musiktherapiekurse und eine Medizinische Approbation an der Universität Hamburg zu absolvieren.

Nach 18 Jahren freischaffender Tätigkeit als Konzertpianist mit Event-Service und einem „comeback“ in die Medizin war ich als TTT TrainTheTrainer in einer Tochterfirma des Weltmarktführers Fresenius (FMC kennt man vom DAX) bei der weltweiten Installation einer innovativen web-basierten Software im Dialysebereich tätig gewesen und nun wieder in der Medizin tätig.

Gerne würde ich dieses interdisziplinäre Wissens-Kapital der Allgemeinheit wieder zur Verfügung stellen.  Ich bin ungekündigt in einer Arbeitsstelle, jedoch würde es eine einzigartige Möglichkeit bedeuten, in Erfüllung und Zusammenführung von verschiedenen Strömungen und Fachrichtungen, mit diesem Potential für DEN Ort, wo eine Realisierung meines Konzeptes gelingen sollte, einen weiteren internationalen Akzent zu setzen.

Hannover (neuerdings auch Freiburg, Berlin und Dresden) hat ja bekannterweise das Institut für Musikermedizin mit Prof. Altenmüller, das gewissermaßen die medizinischen Aspekte der Musikerkrankheiten und Umfeld erforscht.

Mir schwebt allerdings für die Klavierforschungsfakultät ein akzentuiert pianistisch-leistungsorientiertes
Institut für Klavierforschung
vor, das zeitgemäße technische und lernphysiologische Möglichkeiten
zur Professionalisierung der Pianisten oder gar zur Gestaltung einer „Elite-Einheit“ von Pianisten einsetzt.

Welche Elemente in diesem „Hochleistungs-Institut“ (man steckt ja auch Millionen in Olympia-Trainingszentren…) zum Einsatz kommen würden, möchte ich aus den einzelnen „Episoden“ und Arbeitsbereichen meines Lebens in lockerer Reihenfolge ableiten:

Die Anwendung von Musiktherapie (wie zur Zeit meines Klavierdiploms in „DIE WELT“ formuliert) kam erst spät zum Tragen, als ich in Rendsburg als Assistenzarzt der Psychiatrie eine Musiktherapieabteilung von NULL an aufbaute und diesen Berufsaspekt ausübte. Meines Erachtens kann eine Selbsterfahrungsgruppe mit musiktherapeutischer Improvisation den Blickwinkel eines Instrumentalisten auf die kommunikativen Potentiale der Musik maßgeblich erweitern. Im Extrem würde ich auch die Erfahrung der Kommunikation mit Musik in fluktuierenden Situationen wie auf Messen oder im Freien einbeziehen, was einen „Härtetest“ bedeuten und alle Kapazitäten fordern würde.

Unter Anderem auch aus  meiner musiktherapeutischer Arbeit mit einem autistischen Mädchen (Tochter eines Hamburger Hochschulprofessors) und aus meiner jahrzentelangen Unterrichtstätigkeit entstand meine Konzeption, die ich Relativitätsformel des Klavierspiels nenne. Der Überblick im Internet ist in seinen Darstellungsmöglichkeiten naturgemäß sehr begrenzt. Dieses Konzept durfte ich einmal Prof. Asmus Hintz in einer fünstündigen Sitzung in der Kölner Musikhochschule genauestens „an seinem eigenen Leibe“ erklären. Er war soweit davon überzeugt, daß er mich als Hauptreferent für die Jahrestagung der Europäischen Yamaha-Musikschulen einlud. (Wir kannten uns seit meiner Zeit als Klavierlehrer an der Yamaha-Musikschule Hamburg-Pöseldorf). Tragischerweise mußte ich diesen Termin aufgrund meiner damaligen Lebensumstände absagen.

Nur kurz gesagt geht es bei der „Relativitätsformel“ in zwei Hauptbereichen darum, a) die im Notentext enthaltenen Informationen lernphysiologisch optimal ins Gehirn und den Körper einzuprogrammieren, b) wird bei der folgenden Körperarbeit die dreidimensionale Bewegung in die Partialebenen saggital, frontal und horizontal aufgesplittet, wie man es von der Analyse von dreidmensionalen Vektoren kennt. Mit diesen „Bewegungsatomen“ läßt sich jedes spieltechnische Problem lösen. Eine konsequente Anwendung im professionellen Bereich würde meines Erachtens eine pianistische Elite aus Deutschland züchten lassen, bzw. eine pianistische Revolution auslösen, wenn die Kollegen ProfessorInnen es zulassen und nicht aus machtkampftechnischen Gründen unterdrücken würden…..

Die Integration von Computerflügeln in den Unterricht einer kleinen Klavierklasse des Lehrstuhls für Klavierforschung wäre ein absolutes Muß im Computerzeitalter. (Zur Zeit hat etwa nur ein Drittel der deutschen Musikhochschulen einen Computerflügel!) So wie in der Medizin das Mikroskop bzw. Elektronenmikroskop ein neues Fachgebiet, die Histologie entstehen ließ, postuliere ich, daß durch konsequente Nutzung von Computerflügeln ein neues Teilgebiet, die Mikro-Pianistik entsteht. Ebenso wie das Verständnis der Funktionsweise von Computern wäre die detaillierte Kenntnis der Flügelmechanik (am Modell!) Pflicht, genauso wie die Sänger Anatomieunterricht haben.

Mit einem Computerflügel wird der Fernunterricht auf dem Klavier möglich, so wie ihn die Musikhochschule in Helsinki praktiziert mit dem System PianoLink. Mit dem Hersteller und meinem Flügel habe ich dieses System auf der Frankfurter Musikmesse vorgestellt.
Eine Fern-Unterrichtsstruktur zwischen verschiedenen Hochschulen und Pianisten könnte entstehen!

Eine weitere außerordentliche Anwendung von Computertechnik ist eine komplette filmische 3D-Analyse des Bewegungsablaufs beim Klavierspielen von außen, so wie ich es bei einer Versuchsreihe der Sport-Universität Magdeburg unter der Verwendung der
Software von SIMI-Motion durchführen konnte. Es wurde in der ersten quantitativen Musik-Bewegungs-Analyse ein signifikanter Zusammenhang zwischen den Bewegungen des Pianisten und einer Tänzerin festgestellt und auf verschiedenen Kongressen referiert.
Derartige Analysen würden weltweit höchst interessante pädagogische Filme auf den Markt bringen können. Anregungen in dieser Richtung in Verbindung mit Tanz konnte ich als „Maestro collaboratorio di palcoscenico“ an der Mailänder Scala aufnehmen!

Punkt 1 a der Notentextprogrammierung ist der Fingersatz. Hier entstand die einzigartige Fingersatz-Edition, deren Grund-Artikel in der nmz (neue musik zeitung) veröffentlicht worden war, und die nun online per download weltweit verkauft wird: www.fingering.name .
Neben dem Ausbau des Repertoires der Fingersatz-Edition durch die Klavierforschungs-Studenten würde auch dieser unbeliebte Bereich
allgemein professionalisiert
werden. Unbeliebt ist er, weil es stärkste Überwindung kostet, einen Fingersatz wirklich exakt zu definieren!

Durch die Erfahrung mit meinen ca. 30 Klavierkursen von 1991 bis 2000  und seit 2011 in Wien bei Fa. Bösendorfer, seit 2012 in Heidelberg in Verbindung mit den FLOW-Konzepten der TCM ließe sich das Konzept des Lehrstuhls für Klavierforschung in Sommerkursen allgemein zugänglich machen, ggf. auch im Amateurbereich. Hierzu und auch für die Fern-Unterrichts-Sitzungen würde ich
in der Schweiz eine Filiale des Lehrstuhls aufbauen wollen, die ich an meinem Wohnort optimal auch während der vorlesungsfreien Zeiten betreuen könnte.

Meine Erfahrungen im Veranstaltungsservice über 18 Jahre, die reichhaltig mit Marketing-Kenntnissen bereichert sind (in Hamburg besteht ja auch der Musik-Management-Studiengang…) konnte ich als weltweit einzige Person mit der Ein-Mann-Logistik für Bösendorfer-Imperial-Flügel (290 cm/630 kg) meinen Flügel innerhalb von 8 Minuten vom Transporter bis zum ersten Ton alleine aufbauen.
Dieser Bereich ist sehr umfassend und meines Erachtens werden Pianisten sträflich vernachlässigt, wenn Sie nicht mit derartigen Kenntnissen ausgestattet auf die Praxis losgelassen werden. In Vernetzung mit dem vorhandenen Studiengang würden Spezial-Kurse, die Pianisten angehen, aufgebaut wie Internet-Marketing, Flügel-Logistik, Auftrags-Aquise, Marketing für Pianisten.
Dies biete ich an in Form eines „Lebe-von-der-Musik-Studiums„!

Zum Internet-Marketing des Lehrstuhls würden selbstverständlich gehören, daß (fast?) alle Veranstaltungen live gestreamt im Internet in HD übertragen würden. Nebst ausführlichen Seiten, die die Arbeit beschreiben und zugänglich machen.

Selbst ein innovatives Konzept eines Alternativen Klavierwettbewerbs, der Computerflügeltechnologie einbezieht und deutschlandweit bzw. international mit Hunderten von Veranstaltungen pro Jahr auftreten würde, ließe sich an diesen Lehrstuhl angliedern bzw. mit einem Abteilungssekretariat abwickeln.

Es wäre auch möglich, durch kommerzielle Produkte, die vom Lehrstuhl ausgingen, die Kosten nach und nach teilweise oder ganz zu tragen, oder gar Gewinn abzuwerfen. Ob dies hochschulpolitisch möglich wäre, ist eine sicherlich hochinteressante Diskussion, die aber vom Erfolg gekrönt sein wird. Man braucht nur nach USA zu schauen, wie dort Fundraising betrieben wird, bzw. Mittel aktiviert werden. Der Lehrstuhl für Klavierforschung sollte auch in dieser Hinsicht verwaltungstechnisch neue Wege beschreiten dürfen! Die Anschubfinanzierung sollte bis zur Amortisierung und nicht länger geleistet werden.

Mir stehen noch einige Jahre bis zur staatlichen Pensionierungsgrenze zur Verfügung. Dieser Zeitraum müßte locker ausreichen, um mich nach dem Aufbau dieses Konzeptes selbst überflüssig zu machen.

Lassen Sie uns diese Vision gemeinsam realisieren!

Ihr

Wolfgang Ellenberger

 

Viele der Ansätze meines angebotenen Privatstudiums fliessen hier ein:
Das post-graduate

LEBE-VON-DER-MUSIK-Studium

finden Sie an KEINER Musikhochschule, denn hier wird cross-over all das gelernt, was PianistInnen für die nervenaufreibende Berufspraxis benötigen.